69. Jahrgang

Aktuelles von der Deutschen Briefmarken-Revue

250. Todestag von Johann Joachim Winckelmann


06.06.2018 | Der im altmärkischen Stendal geborene Jo­hann Joachim Winckelmann brachte es durch seine Zielstrebigkeit, Fleiß und Beharrlichkeit bereits recht früh zu hoher Anerkennung und Ruhm. Er war geschätzter Archäologe, Biblio­thekar, Antiquar und Kunstschriftsteller der Auf­klärung und gilt als einer der Begründer von wissenschaftlicher Archäologie und Kunstge­schichte.


Durch seine Forschungen und Veröffentli­chun­gen reichten auch seine Verbindungen und Kontakte bis hin zu bedeutenden Persönlich­kei­ten seiner Zeit, wie zum Beispiel zum König August dem III von Polen, in den Vatikan zu Papst Clemens XIII oder zur österreichischen Kaiserin Maria Theresia am Hofe in Wien. Seine Forschungen und Arbeiten führten ihn quer durch Europa. Eine Reise von Wien aus ins damalige österreichische Triest (heute: Italien), wo er am 1. Juni 1768 im Hotel Osteria Grande an der Piazza San Pietro abstieg, sollte seine letzte sein. Hier wurde der vielversprechenden Karriere durch einen habgierigen Mord ein abruptes Ende gesetzt, was die gesamte damalige Kunstwelt schockierte. Im Triester Hotel hatte Winckelmann den Zimmernachbarn und vorbestraften toskanischen Koch Francesco Arcangeli kennengelernt. Die Reiseumstände brachten beide Männer näher, und so offenbarte sich Winckelmann dem Hotelgast mit seinen Forschungen, Beziehungen und zeigte ihm auch seine mitgeführten Münzen. Bei Arcangeli reifte der Vorsatz, an die Münzen zu gelangen, und so kaufte er sich zur Verwirklichung seines Plans einen Strick und ein Messer. Am Vormittag des verhängnisvollen 8. Juni 1768 würgte er zunächst Winckelmann mit dem Strick und stach dann siebenmal mit dem Messer auf ihn ein. Nach der Flucht konnte der Mörder jedoch einige Zeit später gefasst werden. Winckelmann war nach der Tat noch einige Stunden am Leben, konnte die Um­stände also präzise schildern. Durch das Geständnis des Mörders und der akribischen Arbeit der damaligen Justiz in Triest liegt eine lückenlose Mordakte vor.

Der Sonderbriefumschlag, auf dem die aufgeschlagene Seite der Mordakte Winckelmanns mit der dargestellten Mordwaffe, dem Messer, zu sehen ist, wurde anlässlich des 250. Todestages von Win­ckelmann vom Briefmarkenverein Stendaler Roland e. V. gestaltet und wird am 8. Juni 2018 gemeinsam mit einem passenden Sonderstempel der Deutschen Post AG angeboten.

Da Archäologie und Kunstkritik für die damaligen Bewohner von Triest unbekannte Dinge waren, war ihnen auch Winckelmann ein unbekannter Name. Erst nachdem er in der Erde ruhte, kam von allen Seiten Kunde, welcher Mann hier ermordet worden war. Da aber Winckelmann ein Begräbnis in einem Gemeinschaftsgrab der "Bruderschaft des Allerheiligsten Sacramentes" auf dem Friedhof der Kathedrale S. Giusto erhielt, konnte er später nicht mehr identifiziert werden. Das Versäumnis konnte somit nicht wieder gut gemacht werden. Erst 1823 wurde ihm zum Gedenken in der alten Friedhofsanlage des Museo lapidario ein marmorner Kenotaph (Grabmonoment ohne sterbliche Überreste) errichtet. Der Kenotaph von Winckelmann ist zeichnerisch im Sonderstempel der Deut­schen Post AG zu sehen. Dieser Sonderstempel kommt am 8. Juni 2018 im Sonderpostamt der Deut­schen Post AG im Rathausfestsaal der Hansestadt Stendal in der Zeit von 9 bis 16 Uhr zum Einsatz.

Bestellungen des abgebildeten Sonderumschlages mit der am 12. Oktober 2017 herausgegebenen Briefmarke anlässlich des 300. Geburtstages Winckelmanns und dem abgebildeten Sonderstempel zu einem Preis von 2,50 Euro zzgl. Versandkosten sind möglich über: Eberhard Werner, Michaelstr. 19 b, 39576 Stendal, Telefon 01520/1 75 32 19, eberhard.werner@web.de


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