69. Jahrgang

Auktionsberichte

62. Deider-Auktion: Halbierung von Hamburg und andere Altdeutschland-Raritäten


24.03.2018 | Im Mittelpunkt der 62. Deider-Auktion am 13. und 14. April 2018 in München steht die Altdeutschland-Philatelie. Neben Bayern setzen hier vor allem die norddeutschen Gebiete mit herausragenden Stücken Glanz­lichter. Wie immer gut besetzt ist auch Österreich, aber auch bei anderen europäischen Ländern stößt man auf gesuchte und beliebte "Klassiker".


Prominente Herkunft

Das Auktionshaus Deider ist dafür be­kannt, das Sammelgebiet Bayern stets mit einem besonderen Angebot zu pfle­gen. Auch diesmal ist es wieder hochwertig, was unter anderem dem Nachlass eines bekannten, kürzlich verstorbenen Prüfers und Kommissionärs zu verdanken ist. Einige Beispiele mö­gen dies belegen: Der "Schwarze Ein­ser" begeistert mit einem Luxusstück der MiNr. 1 I b, teilweise mit Trenn­li­nien, auf komplettem Vertreter-Avis mit vollem Halbkreisstempel "BAYERDIESSEN" und diagonalem Federstrich, das mit 3800 Euro startet. Ein Zwi­schen­stegpaar der 1 Kr. rosa (MiNr. 3 I ZW) mit anhängender linker Marke auf Privatbrief von "354" NOERDLINGEN nach Weißenburg a/Sand, das aus der Boker-Sammlung stammt, geht mit 12 000 Euro ins Rennen. Mit 2800 Euro ist ein Damencouvert mit österreichi­schem Doppelkreisstempel von "INNSBRUK" nach Augsburg angesetzt. Der Postbe­amte in Innsbruck erkannte die Bayern-Frankatur nicht an und erhob 9 Kreuzer Nachtaxe, die bei der Zustel­lung fällig wurde. Aus derselben Kor­res­pondenz versteigerte Deider 2003 einen Pedant-Brief.

Viele Hochkaräter finden sich auch bei anderen Altdeutschen Staaten. Ham­burg lockt mit einer diagonalen Hal­bie­rung der 1 1/4 Schilling violett (MiNr. 12 H) auf komplettem Pracht­brief mit vollständigem Inhalt (Kanten etwas gebrochen) nach Altona mit rückseitigem Ankunftsstempel. Das Stück mit prominenter Provenienz (ex Roth­schild und Dale) ist mit 25 000 Euro taxiert. Lü­beck zeigt eine 2 1/1 Schil­ling auf Brief und die Ganz­sa­che MiNr. U 5 A nach Manchester (2500 Euro). Für einen der schöns­ten Briefe mit der 2 Schilling von Schles­wig-Hol­stein werden mindestens 20 000 Euro fällig. Es handelt sich um einen Faltbrief vom Königlich schwedischen und norwegischen Konsulat in Kiel an sein Vize­kon­sulat in Heiligenhafen, entwertet mit sauber und zentrisch abgeschlagenem Rostnummernstempel „19“ von Kiel. Weitere Highlights sind ein waagerechtes Luxuspaar der Olden­burg 3 Gr. zi­tronengelb, eine Preußen 2 Sgr. tiefdunkelblau auf Luxusbrief­hül­le, ein Spezial-Angebot von Sachsen so­wie die Württemberg 70 Kr. braunlila im waagerechten Luxuspaar mit grünem Fä­cherstempel.

Das Deutsche Reich mit Nebenge­bie­ten enthält u. a. einen Paketbegleitbrief in die USA, Fernsprechscheine zu 25 und 50 Pf, die China-Handstempel­auf­dru­cke MiNrn. 8-12 und 14 auf einem de­korativen Einschreibebrief (8000 Euro), eine Auslands­pa­ketkarte der Deutschen Post in der Türkei 4 PIA auf 80 Pf in Mischfrankatur mit 2 Mk schwärzlichblau, au­ßerdem weiteres interessantes Material von den Kolonial­gebieten Ka­roli­nen, Kiau­tschou und Mari­a­nen. Bei der deutschen Feldpost wird die Vu­kovar-Zulassungs­mar­ke mit doppeltem Aufdruck "Inselpost" versteigert und eine Spe­zial­sammlung aus der End­kriegspha­se/Umbruch Januar-Mai 1945 in den Fluchtraum Ostmark aufgelöst.

Seltene Levante-Marke

Wie immer vielfältig mit vielen Rari­tä­ten und Besonderheiten präsentiert sich Ös­terreich, ein weiterer Schwer­punkt im Hause Deider. In dieser Abteilung wer­den umfangreiche Spe­zial-Samm­lun­gen mit vielen interessanten, seltenen und hochwertigen Mar­ken und Briefen, Fahnenstempeln von Wien und den Vororten in Hülle und Fülle detailliert. Herausragende Einzel­lose sind ein Luxusbrief von Innsbruck nach Bozen mit den MiNrn. 2 X Ia, 1 X Ia und 3 X Ia (5000 Euro), eine portogerechte 49-Kreuzer-Frankatur von "TRIENT" nach St. Louis/Missouri USA mit den MiNrn. 5 X IIb (5), 1 X Ia und 3 X Ib (4800 Eu­ro) sowie ein Ganz­sachenumschlag der Österreichischen Post in der Le­van­te mit u. a. der raren MiNr. 1 II ab Alexan­drien (6000 Euro). Hervorzuheben ist eine umfangreiche Abteilung Bosnien-Herzegowina mit über 500 Losen, dar­unter viele Farbproben, Druckpro­ben, Zähnungen und weitere Beson­der­hei­ten.

Herausragende Briefe und Einzelstücke finden sich auch bei anderen europäischen Staaten. Die Schweizer Klassik begeistert beispielsweise mit einer "Bas­ler Taube" mit seltenem Platten­fehler I "farblose Haube auf der Taube" auf kleinformatigem Brief (12 000 Euro) und einem waagerechten Paar der sog. "Winterthur" auf Brief aus Zü­rich (9800 Euro).

In der Sammlungsabteilung warten vie­le ausgebaute Ländersammlungen aus aller Welt, undurchsuchte Fund­gruben und umfangreiche Nachlässe auf neue Besitzer.

Ein feines Angebot an Gold- und Sil­ber­münzen bildet den Abschluss der zweitägigen Versteigerung.


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Auktionskalender

DatumAuktion
30.06.2018 Therese-Weiser-Auktion
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03.07.2018
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07.07.2018
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13.07.2018 163. Auktion Dr. Reinhard Fischer
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20.07.2018 128. Eisenhammer-Auktion
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21.07.2018 185. Rauhut-&-Kruschel-Auktion
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Veranstaltungskalender

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